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Orthopädische Privatpraxis
Dr. med. Eduard Chen
Berliner Platz 6
61476 Kronberg
Tel: 06173 – 60 11 70
Fax: 06173 – 60 11 79
Als Knochendichtemessung, auch Osteodensitometrie, werden medizinisch-technische Verfahren bezeichnet, die zur Bestimmung der Dichte, bzw. des Kalksalzgehaltes des Knochens dienen.
Menschen mit vermindertem Kalksalzgehalt tragen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Betroffen sind vor allem Frauen in der Menopause, Männer über 50 Jahre, Raucher, Alkoholiker und Menschen mit Mangelernährung bzw. Vitaminmangel. Auch bestimmte Erkrankungen wie die Schilddrüsenüberfunktion, oder Medikamente wie Cortison begünstigen den Substanzverlust der Knochen.
Die verschiedenen Methoden und Geräte sind nicht untereinander vergleichbar. Darum sollte im Befund keine absolute Dichte oder Flächendichte angegeben werden, sondern die Abweichungen vom Normalen in Vielfachen einer Standardabweichung (als sogenannter T-Wert,engl. t-score, dimensionslose Größe). Nach der gültigen Definition der WHO liegt eine Osteoporose vor, wenn der Messwert der Knochendichtemessung mindestens 2,5 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt der geschlechtsgleichen 30jährigen Gesunden (peak bone mass) liegt, d.h. ein T-Wert ≤ -2,5 vorliegt. Zwischen -1 und -2,5 Standardabweichungen wird von einer Osteopenie gesprochen. Dieser Bezug auf die peak bone mass bringt das Problem mit sich, dass mit zunehmendem Lebensalter immer größere Bevölkerungsanteile als "krank" anzusehen wären; bei den 70-jährigen Frauen fast 50 %. Deshalb wird zusätzlich ein Wert angegeben, der sich auf gesunde Männer bzw. Frauen gleichen Alters bezieht, der Z-Wert.
Ein normaler Z-Wert (> -1) zeigt an, dass die Knochendichte alterstypisch ist. Alter ist keine Krankheit und auch nicht behandelbar; und im Falle von sehr alten Menschen ist auch die erhöhte Frakturgefahr alterstypisch. Osteologen raten deshalb bei niedrigem T-, aber normalem Z-Wert von medikamentösen Therapien (Hormone, Kalzium, Fluor, Bisphosphonate u.a.) ab und empfehlen vorbeugende Maßnahmen wie Gymnastik, Verzicht auf Sedativa, Abbau von häuslichen Stolperfallen, geeignete Sehhilfen und Gehstützen.
Die neuen im April 2006 veröffentlichten Richtlinien des Dachverbandes der Deutschsprachigen Osteologischen Fachgesellschaften (DVO) gehen im Gegensatz zur vereinfachten WHO-Richtlinie nun gezielt auf alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede ein, so dass bei einem T-Wert von -2,5 und Abwesenheit von weiteren Risikofaktoren erst bei Frauen ab dem 70. und bei Männern erst ab dem 80. Lebensjahr medikamentös behandelt wird.
Die gebräuchlichen Verfahren zur Osteodensitometrie nutzen die dichteabhängige Schwächung von Röntgenstrahlen. Die Ergebnisse erlauben eine recht zuverlässige Einstufung des allgemeinen Osteoporosegrades. Aufgrund des hohen Stoffwechselumsatzes in der Wirbelsäule sind Veränderungen hier früh zu beobachten. Insbesondere die Einbeziehung und die Beurteilung der trabekulären (inneren) Mikrostruktur der Wirbelkörper erlaubt eine Vorhersage ihrer Stabilität. Die derzeit betriebene Form der Densitometrie berücksichtigt diese aber nicht. Auch ist eine Verallgemeinerung der Messergebnisse auf andere Skeletteile wie beispielsweise den proximalen Femur (Oberschenkelhals) ungenau. Wegen des geringeren Dosisbedarfs kommt hierzu die Dual-Energy X-ray Absorptiometry (DEXA) zum Einsatz. Ultraschall-Geräte sind ebenfalls verfügbar, ihr Einsatz für diesen Zweck ist jedoch umstritten. Leider sind die Ultraschallmessungen für den Betreiber (meistens sind es die Apotheken, die damit arbeiten) recht lukrativ, eine verlässliche Aussage über die Bruchwahrscheinlichkeit bzw. Stabilität des Knochens darf man sich von ihnen aber nur bedingt erhoffen.
Die Vorteile der DEXA Geräte sind die niedrige Strahlenexposition, sowie ein hoher Standardisierungsgrad der Messungen. Es wird gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Strahlenqualitäten gemessen, niedrigenergetische und höherenergetische Röngenstrahlung, um den Messfehler aus der unterschiedlichen Weichteilüberlagerung zu vermindern.
In Deutschland sind etwa 800 Messplätze in Arztpraxen und Krankenhäusern verfügbar. Es ist umstritten, ob gleichgute Voraussagen der Frakturgefahr auch ohne apparative Messung, nur aufgrund anamnestischer Informationen möglich sind. Eine Osteoporosetherapie ohne einen verlässlichen Ausgangswert und spätere Kontrollen ist jedoch ein therapeutischer Blindflug. In der Vergangenheit wurden von Ärzten sehr viele Knochendichtemessungen ohne klaren Nutzen angefertigt und abgerechnet. Die Kosten der Untersuchung werden darum seit einer Neuregelung im Jahr 2000 nur noch von der Krankenkasse getragen, wenn der Patient/die Patientin bereits eine Fraktur durch verminderten Kalksalzgehalt erlitten hat.