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Orthopädische Privatpraxis
Dr. med. Eduard Chen
Berliner Platz 6
61476 Kronberg
Tel: 06173 – 60 11 70
Fax: 06173 – 60 11 79

Arthrose

Die Arthrose (griech: „Gelenk"), auch Arthrosis deformans (v. lat. deformare „verstümmeln") genannt, ist eine chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderung infolge eines Missverhältnisses zwischen Tragfähigkeit und Belastung.

Von diesem allgemeinen Gelenkverschleiß ist zunächst der Knorpel betroffen, später folgen dann Veränderungen am Knochen, sogenannte Geröllzysten bilden sich und es kommt zur Bildung von Osteophyten (knöchernen Ausziehungen).

Oft bewirken Verletzungsfolgen einen vorzeitigen Verschleiß, man redet von einer posttraumatischen Arthrose. Großzügige operative Meniskusentfernungen führen etwa 20 Jahre später zur Arthrose des betroffenen Kniegelenkes. Alternative Ursachen sind bakterielle Infektionen oder chronische Entzündungen wie zum Beispiel bei Rheumatikern.

Symptome
Eine Arthrose beginnt schleichend und verläuft zunächst langsam mit leichten, belastungsabhängigen Schmerzen. Später kommt es zu Veränderungen im Bereich der gelenknahen Knochen, der Gelenkschleimhaut und der Gelenkkapsel sowie der Muskulatur. Als Folge können weiterhin auftreten: Schwellung des Gelenkes, Gelenkerguss (dann spricht man von der aktivierten Arthrose) und zunehmende Verformung des Gelenkes. Typisch sind Anlaufschmerzen, besonders morgens nach dem Aufstehen. Im weiteren Verlauf kann es auch zu Ruheschmerzen kommen.
Durch eingenommene Schonhaltungen und –bewegungsmuster aufgrund der Schmerzen bei erhöhtem Reibungswiderstand der Gelenkflächen aufgrund des geschädigten Knorpels resultieren auch Weichteilveränderungen in Form von Gelenkkapselschrumpfung, Bänder- und Muskelverkürzungen. So ist zum Beispiel bei Hüftgelenksarthrose eine Verkürzung der Hüftbeuger und –außendreher typisch, welches zu einem außenrotiertem Gangbild bei nach vorne gekippten Becken und Hohlkreuz im Lendenwirbelbereich führt. Dieses kann als Folge erneut Rückenbeschwerden machen.

Diagnosestellung
Bei der klinischen Untersuchung fallen Symptome wie Schwellung, Gelenkerguss oder Bewegungseinschränkung auf. Die veränderte Form des Gelenkes lässt sich am besten in einem konventionellen Röntgenbild beurteilen. Eine Aussage über den Knorpelzustand erlaubt die Magnetresonanztomographie (MRT). Diese ist jedoch nur in Ausnahmefällen notwendig, z.B. bei Unterscheidung zwischen einer Kniearthrose und einem evt. freien gerissenen Meniskusanteil im Gelenk.

Lokalisation
Die meisten Arthrosen entstehen in den schwerkraftbelasteten Gelenken, wie in Knie-, Hüft- und Sprunggelenken. Einseitige berufliche Belastungen können ebenfalls zu Arthrosen in anderen Körperregionen führen, wie z.B. Arthrosen des Ellenbogens oder der Schulter

Die folgende Liste zeigt die verschiedenen Arthroselokalisationen auf:

- Kniegelenksarthrose - auch Gonarthrose genannt am Kniegelenk
- Hüftgelenksarthrose - auch Coxarthrose genannt am Hüftgelenk
- Sprunggelenksarthrose - am oberen und unteren Sprunggelenk
- Omarthrose - Arthrose des Schultergelenkes
- Spondylarthrose - Arthrose der Wirbelgelenke
- Heberden-Arthrose - Arthrose der Fingerendgelenke
- Bouchard-Arthrose - Arthrose der Fingermittelgelenke
- Cubitalarthrose - Arthrose des Ellenbogengelenks
- Rhizarthrose - Daumensattelgelenksarthrose
- Hallux rigidus - versteifende Arthrose des Großzehengrundgelenkes
- Hallux valgus - Fehlstellung des Grosszehens
- Iliosakralgelenksarthrose - Arthrose der Kreuz- Darmbeingelenke

Vorbeugung
Zu Vorbeugung der Arthrose kann man derzeit nur die ausreichende Bewegung ohne Überlastung, den Schutz vor Gelenkverletzungen und die Verhinderung von Übergewicht als empfehlenswert auflisten. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Chondroitin und Glucosamin sind bezüglich der Wirksamkeit wisschenschaftlich umstritten.

Therapie
In der Mehrzahl der Fälle wird eine Therapie erst begonnen, wenn die Arthrose bereits eine deutliche Gelenkveränderung bewirkt hat. Dann ist es das Ziel der Therapie, trotz des Gelenkverschleißes eine ausreichende Beweglichkeit und Belastbarkeit des Gelenkes zu erhalten.
Der Wirksamkeitsnachweis von Therapiemaßnahmen bei Arthrose ist nicht einfach, da im Verlauf der Krankheit schmerzlose Phasen mit schmerzhaften Phasen abwechseln. Auch die Gelenkbeweglichkeit kann im Verlauf der Krankheit variieren. Gleichzeitig ist der Nachweis von wirksamen Therapiemaßnahmen bei der Vielzahl der betroffenen Menschen bei einer älter werdenden Bevölkerung unumgänglich.
Im Bereich des Hüft- oder Kniegelenks kann man die Arthrose an Hand der schmerzfreien Gehstrecke und der Gelenkbeweglichkeit dokumentieren. Ist eine Therapiemaßnahme wirksam, muss sie die Gehstrecke und die Gelenkbeweglichkeit verbessern. Diese Verbesserung sollte auch noch nach einem oder mehreren Jahren nachweisbar sein.

- Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ist bei Arthrose nur die Wirksamkeit von Schmerzmitteln belegt. Dazu gehören die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen, und die besser magenverträglichen Cyclooxygenase 2-Hemmer (COX2-Hemmer) sowie die stark wirksamen Analgetika vom Morphin-Typ.

- Zur Funktionsverbesserung wird oft Krankengymnastik eingesetzt. Bei kranken Kniegelenken können eine Schuhzurichtung und dämpfende Schuheinlagen helfen den weiteren Verfall zu bremsen. Bei Reizzuständen der Gelenke mit Überwärmung und Schmerz bringen kühlende Maßnahmen eine Linderung.

- Bewegung ohne Belastung: Die Mehrzahl der Arthrosepatienten berichtet übereinstimmend , daß Ihnen Bewegung mit reduzierter Belastung hilft, die Beweglichkeit zu erhalten. So wird von den meisten Gonarthrosepatienten Fahrradfahren und Schwimmen empfohlen, Joggen eher abgelehnt.

- Zu den operativen Therapien der Arthrose gehört unter anderem neben der operativen Gelenkumstellung (jedoch nur vor dem Stadium einer Arthrose, z.B. präventiv bei ausgeprägten Fehlstellungen der Knie- oder Hüftgelenke) - und der Gelenkversteifung (Arthrodese) auch der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese). In der BRD werden derzeit etwa 160.000 endoprothetischen Operationen an der Hüfte und etwa 80.000 an den Kniegelenken durchgeführt.

- Führt eine aktivierte Arthrose zu dauerndem Reizzustand des Gelenkes mit immer wieder auftretenden, schweren Ergüssen, kann die Radiosynoviorthese spürbare Besserung bringen. In das gereizte Gelenk wird ein radioaktiver beta-Strahler injiziert, mit dem Ziel, die hyperaktiven Zellen der Synovialmembran abzutöten. Dieses Verfahren ist wissenschaftlich anerkannt, die Durchführung bedarf eines erheblichen technischen Aufwandes, da der verwendete Strahler kurzlebig sein muss und insofern die Zeit zwischen Gewinnung des Strahlers und der Injektion eng begrenzt ist. Das Verfahren hat seinen festen Platz in der Therapie schwerer und schwerster Reizustände bei Rheumatikern, Arthritiden und aktivierten Arthrosen, sofern die anderen Therapieoptionen ohne wesentlichen Erfolg ausgeschöpft sind.

Ernährung
Manche Wissenschaftler empfehlen die orale Einnahme von Glucosamin. Der zweifelsfreie Wirkungsnachweis steht allerdings noch aus. Glucosamin ist eine natürliche Substanz, die in fast allen Fasern des Körpers gefunden werden kann. Es beeinflusst die Biosynthese eines Moleküls, das sich Glycosaminoglycans nennt, das den Hauptbestandteil der Gelenkschmiere und des Knorpels darstellt. Glucosamin kommt nicht in Nahrungsmitteln vor, wird aber vom Körper selbst natürlich herstellt. Falls der Körper diesen Stoff aus irgendwelchen Gründen nicht oder in nicht ausreichender Menge herstellt, könnte dies vermutlich zur Bildung der Arthrose führen.

Es konnte kürzlich gezeigt werden, dass die Substanzen Glucosamin und Chondroitin Sulphat die Symptome der Arthrose verbessern und ihr weiteres Fortschreiten verzögern (Poolsup N et al, 2005). Allerdings zeigen neuere Beweise auch, dass Glucosamin bei Umkehrung der Arthrose im Knie nicht wirksam ist (McAlindon et al 2004). Eine weitere Nahrungsergänzung, die vielversprechend scheint, ist S-Adenosyl Methionin. Kleinere Studien haben gezeigt, dass es bei der Schmerzlinderung ebenso effektiv ist wie nichtsteroidale, antiinflamatorische (entzündungshemmende) Schmerzmittel (Ibuprofen, Diclofenac, usw.), auch wenn es etwa vier Wochen dauert, ehe dieser Effekt einsetzt.

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